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Gemeinsame Pressemitteilung
Deutsche Ornithologen- Gesellschaft (DO-G) +
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
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Agrarvögel stärker denn je gefährdet!
Wissenschaftler fordern besseren Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft
Keine andere Vogelartengruppe war in den letzten Jahrzehnten in Deutschland von so starken und anhaltenden Bestandsrückgängen betroffen wie die Vögel der Agrarlandschaft. Hauptursache für den Artenrückgang ist die Intensivierung in der Landwirtschaft, so Prof. Franz Bairlein, Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft. Besonders dramatisch: Seit einigen Jahren verschärft der Wegfall der EU-Flächenstilllegungen und der zunehmende Energiepflanzenanbau diese Entwicklung sprunghaft! Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen geben kaum Hoffnung auf Entspannung der Situation. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Deutsche Ornithologen- Gesellschaft (DO-G) und der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mit einem Positionspapier an die Öffentlichkeit. Die Mitglieder dieser Verbände stellen das wichtigste Wissenschaftsgremium zur Vogelforschung und zum Vogelschutz in Deutschland dar. Sie fordern die Politik zur Umsetzung agrar- und umweltpolitischen Maßnahmen auf, um umgehend eine Stabilisierung und Umkehr dieser negativen Entwicklungen zu ermöglichen.
Mit der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung ging eine enorme Veränderung der Landschaft einher: Die Vergrößerung der Schläge mit dem Verlust von Hecken, Feldgehölzen und Kleingewässern, Vereinheitlichung der Kulturen und oft fehlender Feldfruchtwechsel. Pflanzenschutzmittel verdrängen Wildkräuter und damit Insektenlebensraum. Mahd- und Erntezyklen haben sich verkürzt, Grünland wurde entwässert und teilweise umgebrochen, Stilllegungsflächen sind aus der Landschaft verschwunden. Der anhaltende Bestandsrückgang von Uferschnepfe, Kiebitz, Braunkehlchen bis hin zur Feldlerche, die als Bioindikatoren den Zustand der Natur und Umwelt charakterisieren, verdeutlicht den Verlust an Biodiversität in der Agrarlandschaft. Das vorliegende Positionspapier zeigt die dringend erforderlichen Sofortmaßnahmen zum Erhalt der Feldvögel auf und wendet sich damit vor allem an Verantwortliche und Entscheidungsträger in der Politik. Die Stellungnahme verdeutlicht, dass wir uns durch die jüngste Entwicklung im Zusammenhang mit dem verstärkten Energiepflanzen-Anbau beschleunigt von dem politisch vereinbarten Ziel entfernen, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen. Die Förderung regenerativer Energien und der Schutz der biologischen Vielfalt geraten zunehmend in Konflikt miteinander.
V.i.S.d.P. Dr. Krista Dziewiaty, 038792-7744, krista.dziewiaty@t-online.de
Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft
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