Externe Preise

11. R. J. H. Hintelmann Wissenschafts-Preis
für Zoologische Systematik

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Gestiftet von Frau Elisabeth Hintelmann in Erinnerung an ihren Mann Robert J.H. Hintelmann


Pressemitteiung der Zoologischen Staatssammlung vom 27.1.2010

11. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik 2010 vergeben

Am 22.1.2010 wurde in der ZSM im Rahmen einer großen Festveranstaltung der 11. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik an Frau Dr. Kristina von Rintelen aus Berlin übergeben. Der mit 5.000.- Euro dotierte Preis wird alljährlich in Anerkennung besonderer wissenschaftlicher Leistungen vergeben und eröffnet den Preisträgern auch die Möglichkeit der Weiterführung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten in Kooperation mit der Zoologischen Staatssammlung München.

Im Rahmen der Preisverleihung wies der Dekan der Fakultät für Biologie, Prof. B. Grothe auf die große Bedeutung der Nachwuchsförderung für die aktuelle Forschung in der Zoologischen Systematik hin. An den Universitäten bestehe hier oft ein großer Nachholbedarf. Um so erfreulicher sei zum Beispiel der Hintelmann Wissenschaftspreis der ZSM.

Die Preisträgerin berichtete ausführlich und unterhaltsam von ihrer Forschung an
Süßwassergarnelen in zwei geologisch alten Seensystemen von Sulawesi (Indonesien). In beiden Seen hat eine evolutive Radiation, also Artenaufspaltung stattgefunden. Die Preisträgerin konnte die ökologische Spezialisierung der kleinen bunten Garnelen eindrucksvoll belegen. Die Vorderbeine der Garnelen sind je nach Nahrung zu unterschiedlichen Greifwerkzeugen spezialisiert. In seiner Laudatio lobte der Generaldirektor Prof. Gerhard Haszprunar die Vielseitigkeit der Forschung der Preisträgerin mit den Worten: „Sie öffnet Türen in mehrfacher Hinsicht”.

In einem weiteren Vortrag stellte Dr. Axel Hausmann das aktuelle Forschungsprojekt „BFB” (Barcoding Fauna Bavarica) der ZSM vor, in welchem von möglichst allen in Bayern vorkommenden Tierarten eine DNA-Sequenz (so genannter „DNA Barcode”) erfasst werden soll, die dann eine eindeutige Erkennung dieser Art ermöglicht. Diese „Bibliothek des Lebens” wird in Kooperation mit Kollegen aus Kanada erarbeitet und es wurden bereits in den ersten 12 Monaten 2.300 Arten erfasst. Durch die Gen-Analyse der bayerischen Tierarten ergeben sich weitreichende Perspektiven für die weitere Grundlagenforschung, aber auch viele praktische Anwendungen.

Der Vorsitzende der Bürgervereinigung Obermenzing, Frieder Vogelsgesang
und sein Schatzmeister Thomas Hasselwander übergaben einen Spenden-Scheck
des Vereins an Manfred Sommerer, den Präsidenten des Vereins "Freunde der Zoologischen Staatssammlung München". Mit der großzügigen Spende kann nun eine Sammlung von seltenen Laufkäfern aus Ostasien erworben werden, die die bereits jetzt sehr große Laufkäfersammlung der ZSM näher an die Weltspitze bringen wird.



© 03.02.2010 Deutsche Zoologische Gesellschaft e.V., DZG