Preise der Deutschen Zoologischen Gesellschaft


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2017

Preisträger 2017

"Horst Wiehe-Preis" der Deutschen Zoologischen Gesellschaft e.V. für

eine ausgezeichnete Dissertation----
im Bereich der Zoologie –

2.000 €




Dr. Markus Lambertz






















Die DZG verleiht den Horst Wiehe Preis für Nachwuchswissenschaftler 2017 an 

Herrn Dr. Markus Lambertz
Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bonn

https://www.zfmk.de/de/zfmk/markus-lambertz

Die Preisverleihung findet am 14. September 2017 im Rahmen der
110. DZG Tagung in Bielefeld statt.



Markus Lambertz hat an der Universität Bonn Biologie studiert und wurde unter Betreuung von Steven F. Perry dort auch promoviert.

Seine Forschung zielt darauf ab, die Evolution und Diversität des Atemapparates der Wirbeltiere zu verstehen. Ihn interessiert insbesondere der Zusammenhang zwischen dem Atmungssystem und dem stammesgeschichtlichen Aufkommen der primären Radiationen der Amnioten, den eigentlichen Landwirbeltieren. Im Fokus stehen dabei die aufgetretenen Modifikationen der Lungenstruktur und inwieweit von der Rippenatmung abweichende Ventilationsstrategien entscheidende Schlüsselneuerungen im Lauf der Evolution waren und wann sie entstanden sind.

In seiner Doktorarbeit lieferte Markus Lambertz verschiedenste Beiträge zu diesen Themenkomplexen, zum Beispiel indem er basierend auf umfangreichen vergleichend anatomischen und embryologischen Befunden versucht hat, das Grundmuster der Amniotenlunge zu rekonstruieren. Ferner ging er unter anderem der Frage nach dem Ursprung des eigentümlichen Atemmechanismus der Schildkröten im Zusammenhang mit der Entwicklung des Panzers und der Evolution des Zwerchfells der Säugetiere nach. Neben der Untersuchung von rezenten Organismen wurden dabei auch vielfach paläontologische Aspekte berücksichtigt. Methodisch sind seine Arbeiten von klassischen Sektionen und verschiedenen histologischen Techniken, über moderne bildgebende Verfahren wie µCT bis hin zu Simulationsansätzen geprägt.

Markus Lambertz arbeitet nach einem Aufenthalt als Gastdozent an der Universidade Federal de Viçosa in Brasilien seit März 2016 als Assistent an der Universität Bonn und erforscht dort weiterhin das Atmungssystem der Wirbeltiere. Seine aktuelle Forschung befasst sich mit den möglichen Beiträgen der Morphologie des Atmungssystems zur Klärung der Phylogenie insbesondere der Schildkröten, der funktionellen und evolutiven Bedeutung der Vereinfachung und Reduktion der Lungen bei Schuppenkriechtieren, den grundsätzlichen Bildungsprinzipien der Lungen und dem stammesgeschichtlichen Ursprung ausgewählter Ventilationsmechanismen.

Der Titel seiner Doktorarbeit lautete:

"Beiträge zur Kenntnis der funktionellen und evolutionären Morphologie des Atemapparates der Amnioten"


© 12.9.2017 Deutsche Zoologische Gesellschaft e.V., DZG