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Pressemitteilungen
14.12.2005 Was ist DNA -Taxonomie? Die DNA-Taxonomie ist eine Gruppe von Methoden, die zur Bestimmung und systematischen Einordnung der Organismen genutzt werden können. Neue Techniken der Molekulargenetik, Bioinformatik und Biotechnologie erlauben die schnelle Identifikation und Inventarisierung von Organismen. Die technologischen Fortschritte ermöglichen erstmals einen Quantensprung in der Automatisierung der Detektion unbekannter Arten, in der Quantifizierung der Komponenten von Ökosystemen und bei der Suche nach Krankheitserregern und Wirkstoffen. Die verfügbare Technologie ermöglicht die Identifikation von bekannten Arten mit Hilfe von genetischen Kennzeichen (DNA-Barcoding-Technologie), den Einsatz von Laborrobotern für die Aufbereitung großer Probenmengen, den Einsatz der Microarray-Technologie für den Nachweis von Arten in Boden- oder Wasserproben, die Suche nach bereits verfügbarer Information in Gendatenbanken, die Detektion von neuen, wissenschaftlich noch nicht bekannten Organismen, die Vorhersage der verwandtschaftlichen Einstufung und damit Hypothesen zu wesentlichen Eigenschaften der unbekannten Organismen.
Wozu brauchen wir die DNA-Taxonomie? Die Identifikation der Artenvielfalt ist eine dringende, aber auch sehr personalintensive Aufgabe. Wer Vögel kennt, kann sie schnell nach Gesang oder Gefieder erkennen. Die Unterscheidung von Fadenwürmern, kleinen Bodeninsekten oder Milben, die für die Biologie der Gewässer und der Agrarböden von größter Bedeutung sind, ist auf diese Weise nicht möglich. Nur Spezialisten können mit oft großem Zeitaufwand und unter Einsatz der Mikroskopie die Arten unterscheiden. Parallel erfolgt weltweit ein dramatischer Rückgang der Artenvielfalt, ein Prozess, der irreversibel ist und nicht kalkulierbare Folgen hat. Es ist jetzt schon gewiss, dass künftige Generationen weit weniger biologische Ressourcen zur Verfügung haben werden als wir. Der Prozess verläuft weitgehend unbeachtet, da es derzeit keine Möglichkeit gibt, Stichproben aus Ökosystemen schnell und möglichst umfassend auszuwerten. Festzustellen ist die fortschreitende Zerstörung der Biotope und immer wieder das Verschwinden auffälliger Arten, die wahrscheinlich nur die Minderheit der tatsächlich ausgerotteten Arten darstellt. Die DNA-Taxonomie wird benötigt, um Stichproben aus Biotopen auf die Zusammensetzung der Gemeinschaften zu untersuchen, gezielt Nützlinge und Schädlinge zu identifizieren, nach bekannten und neuen Arten zu suchen, den Zustand von Ökosystemen im Interesse des Natur- und Ressourcenschutzes kostengünstig und detailliert zu verfolgen, die Datenerhebung für die Grundlagenforschung zu präzisieren und zu beschleunigen, Parasiten und ökologisch relevante Eindringlinge aufzuspüren, Larven und Tierspuren (Haare, Knochen, Sekrete) zu identifizieren, um so die Artenvielfalt unseres Planeten zu erfassen, damit sie geschützt werden kann, ehe sie unbemerkt und unwiederbringlich verschwindet. Was wird benötigt?
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© 14.12.2005 Deutsche Zoologische Gesellschaft e.V., DZG |
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