Pressemitteilung

Horst Wiehe Preis 2013


Der Förderpreis der Horst-Wiehe Stiftung wird alle 2 Jahre für eine herausragende wissenschaftliche Dissertation über ein ausschließlich zoologisches Thema von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft vergeben und zwar an junge WissenschaftlerInnen nach der Promotion und vor der Habilitation. Er wird auf der diesjährigen Jahrestagung in München, am Sonntag, den 15.9.2013 verliehen.

Preisträger 2013

Der Dissertationspreis der Horst-Wiehe Stiftung für ausgezeichnete Arbeiten in der Zoologie geht in 2013 an Herrn Dr. Jan Clemens (Princeton University, USA). Mit Modellbildungen zur neuronalen Verarbeitung und Kodierung von Informationen veranschaulichte er, wie sich Insekten am Gesang erkennen.


Jan Clemens hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Biologie studiert. Unter der Mentorenschaft von Bernhard Ronacher und Matthias Hennig promovierte er im Rahmen des Graduiertenkollegs am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience in Berlin. In seiner Arbeit verknüpft er Theorie und Experiment um grundlegende neurobiologische Fragestellungen zu klären.

Als Modellsystem dient ihm das auditorische System von Insekten vor allem aus zwei Gründen: Erstens besteht das Nervensystem von Insekten im Gegensatz zum menschlichen Gehirn aus relativ wenigen Zellen. Zweitens erfüllen diese auditorischen Systeme klar umrissenen Aufgaben, nämlich die Detektion von Fressfeinden und die Erkennung potentieller Sexualpartner anhand von Lock- und Balzgesängen. Diese Einfachheit und Spezialisierung erleichtert die Verknüpfung neurobiologischer Befunde mit den Ergebnissen von Verhaltensversuchen.

In seiner Doktorarbeit klärte er auf, wie das auditorische System der Grille seine Verarbeitungseigenschaften an sich wechselnde Signalverhältnisse anpasst, um eine optimale Informationsverarbeitung zu gewährleisten. Desweiteren untersuchte er, welchen Prinzipien die Darstellung von Kommunikationssignalen in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen in der Hörbahn von Feldheuschrecken unterliegt. Ausserdem entwickelte er einen einfachen, neurobiologisch plausiblen Ansatz um die Erkennung des arteigenen Gesanges in Insekten zu erforschen. Das Modell kann die Präferenzfunktionen einer Vielzahl von Arten nachbilden und liefert damit Einblicke in die Grundprinzipien der Gesangserkennung. Dieser Ansatz ist sowohl für die Untersuchung der Evolution von Kommunikationssystemen als auch für die neurobiologische Aufklärung der in der Gesangserkennung involvierten neuronalen Schaltkreise nützlich.

Jan Clemens ist seit September 2012 Postdoktorand an der Universität in Princeton und erforscht dort die Neurobiologie der Gesangserzeugung und -verarbeitung in Drosophila.

s.auch:
http://www.dzg-ev.de/de/ehrungen_preise/preise/horst_wiehe/horst_wiehe2013.php
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© 04.09.2013 Deutsche Zoologische Gesellschaft e.V., DZG