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Ehrungen & Preise

Wissenschaftspreis der DZG – Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille


Die Deutsche Zoologische Gesellschaft würdigt mit der Auszeichnung das Lebenswerk des Nobelpreisträgers und Mitglied des Ordens Pour le Mérite Prof. Dr. Karl Ritter von Frisch. Mit dem Wissenschaftspreis will die DZG hervorragende und originelle Leistungen auszeichnen, insbesondere solche Werke, die eine Integration der Erkenntnis mehrerer biologischer Einzeldisziplinen darstellen.

Der Wissenschaftspreis besteht aus einer Medaille und einem Preisgeld von 10.000,- €. Der Preis wird im 2-jährigen Turnus verliehen. Stifter des Preisgelds ist der Inter-Research Verlag Oldendorf / Luhe (gegründet von: Prof. Dr. Dr. h.c. Otto Kinne).

Preisträger in 2018

 

 

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Prof. Dr. Stanislav Gorb
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Preisträger des Wissenschaftspreises 2018
der Deutschen Zoologischen Gesellschaft

 

 

Pressemitteilung vom 07.09.2018

Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille 2018 geht an den Funktionsmorphologen und Biomechaniker Stanislav Gorb

Die Deutsche Zoologische Gesellschaft (DZG) vergibt in diesem Jahr zum 19. Mal die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille. Sie geht an den Biologen, Materialwissenschaftler und Bioniker Prof. Dr. Stanislav N. Gorb am Zoologischen Institut der Universität zu Kiel. Die Auszeichnung gilt als bedeutendster Wissenschaftspreis der Zoologie im deutschsprachigen Raum und würdigt herausragende wissenschaftliche Lebenswerke, die mehrere biologische Disziplinen integrieren und von breiter Bedeutung sind. Die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille ist mit 10 000,- € dotiert.

Stanislav Gorb erhält den Preis für seine originelle und vielseitige Verknüpfung von Morphologie, Biomechanik und Bionik. Stanislav Gorb ist ein innovativer und erfolgreicher Forscher, der sich durch einen hohen Grad an Interdisziplinarität ausweist. Er interessiert sich besonders für biologische Oberflächen mit spezifischen Reibungs- oder Adhäsionseigenschaften. So hat er beispielsweise die Haftorgane der Insekten, Spinnen und Geckos analysiert und aufgrund dieser Erkenntnisse eine spezielle Folie mitentwickelt, die auf verschiedenen Oberflächen haften und immer wieder abgezogen werden kann. Untersuchungen an westafrikanischen Gabunvipern führten zur Entdeckung von einzigartigen ultraschwarzen, Wasser abweisenden und selbstreinigenden Strukturen. Stanislav Gorb versteht es, in besonderem Maße, vielfältige zoologische Phänomene durch die Kombination verschiedenster Disziplinen, Morphologie, Biomechanik, Ökologie und Materialwissenschaften, eingehend zu betrachten und zu erklären. Schwerpunkte seiner Forschung sind Morphologie und Biomechanik der Tiere, Insekten‐Pflanzen‐Interaktionen und Bionik. Er will die Funktionsweise von Strukturen und Oberflächen in der Natur verstehen und diese Erkenntnisse für die Herstellung von bionischen Materialien und Oberflächen nutzen.

Für seine herausragenden Forschungsleistungen wurde Stanislav Gorb mit einer Reihe von renommierten Preisen ausgezeichnet. 1995 erhielt er den Schloessmann Preis für Biologie und Materialwissenschaften; 1996-1997 den Forschungspreis des Präsidenten der Ukraine. 1998 gewann der den BMBF-Biofuture-Wettbewerb und den Preis der Chicago Zoological Society. In 2005 wurde ihm der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft verliehen. In 2011 wurde er mehrfach ausgezeichnet, mit der International Forum Design Gold Award, der Materialica “Best of” Award und der Transfer-Prämie von Schleswig-Holstein. Seit 2010 ist er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz und seit 2011 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Zudem ist er Mitglied im Richtlinienausschuss VDI 6221 Bionik – Oberflächen und Vorstandsmitglied der International Biomimetics Association und BIOKON Bionik-Kompetenz-Netz. Er ist Herausgeber von: Biologically Inspired Systems (BISY, Buchserie, Editor) und Editor bei einer Reihe von wissenschaftlichen Zeitschriften: Zoology, Arthropod Structure and Development, Bioinspiration & Biomimetics, Applied Physics A, Arthropod-Plant Interactions, Scientific Reports, Zoomorphology. Er selber ist Autor einer Vielzahl von wissenschaftlichen Artikeln, Patenten und Büchern.

Zur Person:

Von 1982 bis 1989 studierte Stanislav Gorb Biologie an der Taras‐Schewtschenko‐Universität Kiew, Ukraine. Seine Promotion führte er zwischen 1989 und 1991 am Zoologischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Kiew in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. L.I. Frantsevich durch. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand am Zoologischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Kiew (1991-1992, 1995), am Zoologischen Institut der Universität Wien bei Prof. Dr. F.G. Barth (1993-1994) und am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen bei Prof. Dr. U. Schwarz (1996-1998). Als wissenschaftlicher Assistent forschte er bis 1999 am Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Universität Jena bei Prof. Dr. M. Fischer, als Gruppenleiter von 1999-2002 am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und nach seiner Habilitation für das Fach Zoologie und Entomologie im Jahr 2002 am Zoologischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Kiew führte er seine Forschung von 2002-2008 als Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart fort. In 2006 habilitierte er sich im Fach Zoologie und Ökologie an der Universität Freiburg. Seit 2008 ist er Professor und Direktor am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und vertritt den Lehrstuhl für Funktionelle Morphologie und Biomechanik.

Stifter des Preisgeldes ist der Inter-Research Wissenschaftsverlag, Oldendorf / Luhe, gegründet von Prof. Dr. Dr. h.c. Otto Kinne.

Die Preisverleihung findet mit einem Festakt während der Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft am 14. September 2018 in Greifswald statt.